Arbeitsgruppe des Delegiertenrates der DAH zum EKAF-Papier
Die AG Prävention des Delegiertenrates der Deutschen AIDS-Hilfe hat in seiner Sitzung am vergangen Wochenende eine Stellungungnahme zum EKAF Papier erarbeitet:
Bisher:
Neue Wege sehen – neue Wege gehen!
Die HIV-Prävention wird einfacher, also komplexer
Die Reaktionen auf die Botschaft der EKAF in der Schweiz haben eine grundlegende Debatte
über realistischere Risikoeinschätzung und die Infektiösität von Menschen mit HIV und AIDS
forciert.
Die nunmehr öffentlichen Informationen können für Menschen mit HIV und AIDS eine
konkrete Erleichterung und Verbesserung ihrer Lebenssituation und -Perspektiven bedeuten,
weil sie den Abbau irrationaler Ängste ermöglichen. Sie entlasten serodiskordante Paare
unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und erleichtern in allen Zusammenhängen den
Umgang mit HIV und AIDS.
Somit können Stigmatisierung und Diskriminierung – auch in juristischer Hinsicht – vermindert und Solidarität gefördert werden.
Zudem werden unsere bisherigen Präventionsbotschaften sinnvoll und wirksam ergänzt.
Auf der Grundlage des im Leitbild formulierten Menschenbildes ist es Ziel der DAH,
„Menschen dazu zu befähigen und ihnen zu ermöglichen informiert, selbst bestimmt und
verantwortungsvoll mit den Risiken von HIV und AIDS umgehen zu können.“
„Deshalb setzen wir in unserer Arbeit auf das verantwortliche Handeln vernunftbegabter,
einsichts- und lernfähiger Menschen wissen aber zugleich um die Grenzen der Prävention.“
Wir werden daher weiterhin und verstärkt niedrigschwellige und umfassende Informationen
zur Verfügung stellen, um kompetentes und differenziertes Risikomanagement zu
ermöglichen.
Die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung gewinnen auch für die Prävention an
Bedeutung. Die DAH sieht daher dringenden Bedarf, die bisherige Datenlage durch
intensivere Forschung zu verbessern.
Gerade hier spielt die AIDS-Hilfe eine entscheidende Rolle, da sie in der Lage ist solche
Ergebnisse und deren Auswirkungen auf die Lebenssituation ihrer Zielgruppen zu
interpretieren und in lebenspraktisches Risikomanagement umzusetzen.
Die DAH muss diese Informationen in ihrer Arbeit aufgreifen und umsetzen – beispielsweise
im Internet, den Printmedien, der Aufklärungs- und Beratungsarbeit vor Ort und in ihren
Präventions-Kampagnen (aktuell die Kampagne „Ich weiß, was ich tu“).
Diese Haltung gilt es konsequent gegenüber der Öffentlichkeit und unseren
Kooperationspartnern einzunehmen und zu vertreten
Berlin, 08.03.2008
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Ergänzungen zur Haltung im Rahmen der Diskussionen und Bedenken zur EKAF-Veröffentlichung
seitens der AG Prävention (AG01 vom 15.11.08, Berlin).
Die Prävention dient der Verhinderung und ist daher nicht mit einer (medizinischen) Behandlung zu vergleichen. Insbesondere, wenn man der Grundsatzdefinition der WHO „Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit“ folgt ergibt sich daraus auch die Unmöglichkeit der Festlegung von Kriterien zur Messung evidenzbasierter Prävention analog zur evidenzbasierten Medizin. Insbesondere die Minderung von Neudiagnosen stellt dabei ein ungeeignetes Kriterium für die Effektivität von Primärprävention dar, da dies gleichzeitig ein Effektivitätskriterium für Sekundärprävention darstellen kann (erhöhte Testbereitschaft).
Wir verwehren uns der Forderung medizinische Konzepte zur Evidenz unreflektiert auf Prävention anzuwenden, da sie wie ausgeführt schlichtweg aus unserer Sicht nicht übertragbar sind. Zur Evaluation und Qualitätssicherung von Prävention verweisen wir bspw. auf das bestehende Konzept der DAH mit dem WZB.
Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass eine wichtige Zielsetzung unserer primärpräventiven Arbeit weiterhin darin besteht, das Verständnis grundlegender Zusammenhänge des Infektionsgeschehens zu schärfen. Dieses Wissen halten wir für einen unverzichtbaren Bestandteil eines erfolgreichen Risikomanagements. Die Empfehlungen der EKAF halten wir auch in diesem Kontext für hilfreich, sie bestätigen die Erkenntnis, dass das Infektionsrisiko wesentlich davon abhängig ist, welche Viruslast in der infektiösen Körperflüssigkeit vorliegt.
















November 16th, 2008 at 13:37
. . . und sie bewegen sich doch . . . . die erde und die DAH
November 16th, 2008 at 15:23
”...das Verständnis grundlegender Zusammenhänge des Infektionsgeschehens zu schärfen…”
Je mehr man von der Materie versteht, desto mehr Handlungsmöglichkeiten eröffnen sich. Je genauer man die einzelnen Faktioren im Infektionsgeschehen kennt, desto differenzierter kann man eine Wahl zum Risikomangement treffen.
Damit ist auch deutlich: Prävention hat auch mit “Bildung” zu tun.
Da in der Mediengesellschaft der letzten Jahre (seit Start des Privatfernsehens) die Menschen in weiten Teilen auf Boulevardniveau verdummt und verdämmert, steht es auch mit der Prävention schlecht.
Bildung meint hier: die Fähigkeit in Menschen zu fördern, eigenständig zu denken und eigenverantwortlich zu handeln.
Sich über die das eigene Leben betreffenden Dinge zu informieren, muss immer in der Eigenverantwortung des Einzelnen liegen. Das ist Wesenskern der Demokratie. Wer sich das eigene Denken abnehmen läßt, mit dem ist es aus.
http://termabox.wordpress.com/2008/09/21/wer-sich-das-denken-abnehmen-lasst-mit-dem-ist-es-aus/
November 28th, 2008 at 20:10
[...] zur Haltung im Rahmen der Diskussionen und Bedenken zur EKAF-Veröffentlichung seitens der AG Prävention (AG01 vom 15.11.08, [...]
Januar 16th, 2009 at 13:45
[...] Arbeitsgruppe des Delegiertenrates der DAH zum EKAF Papier [...]
Februar 25th, 2009 at 13:26
Ungeschützter Sex: HIV-positiver Mann freigesprochen
http://alivenkickn.wordpress.com/2009/02/25/ungeschutzter-sex-hiv-positiver-mann-freigesprochen/
April 10th, 2009 at 09:34
[...] Arbeitsgruppe des Delegiertenrates der DAH zum EKAF Papier [...]